Die Bielawiszca - das letzte prähistorische Urwaldgebiet Europas
Hundert Kilometer südöstlich von Masuren liegt die Puszcza Bialowieska, sie ist eine einmalige Möglichkeit für naturnahes Reisen in Europa. Hier trifft man den größten freilebenden Bestand des europäischen Wisents an, übrigens ein Nachkomme des Urrinds, dem Auerochsen. Dieses Urwaldgebiet nimmt 126.000 Hektar ein und erstreckt sich jenseits der Grenze bis weit nach Weißrussland hinein. Jahrhundertelang war das heutige Biospärenreservat privates Jagdgebiet der litauischen und weißrussischen Fürsten, polnischer Könige und russischer Zaren.
Ein Großteil der Puszsca ist heute Nationalpark und UNESCO Welt-Natur-Erbe. Es ist vor allem der reichhaltige frei lebende Groß-Tierbestand der die Puszcza so außergewöhnlich macht. Neben dem Wisent, trifft man hier u.a. auch Wölfe, Luchse, Elche, Adler und vereinzelt Bären an. Mit viel Glück sieht man sie und hat man Ausdauer kann man sie bei einer Wanderung frühmorgens ab 3 Uhr in der Nähe der Kernzonen ausgiebig beobachten. Die Heide ist aber auch weltweit bei Biologen und Vogelkundlern für ihre einzigartige, reichhaltige Flora und Fauna geschätzt, die nirgendwo sonst so artenreich anzutreffen ist wie hier.
In der Wojewodschaft Podlaskie, im nordöstlichsten Teil Polens, liegt der Biebrza Nationalpark (Biebrzański Park Narodowy). Die Flüsse Biebrza und Narew bilden dort das größte Flusssystem Europas mit einer Gesamtfläche von 59 223 ha. Ein tolles Schauspiel bietet vor allem die Biebrza, ein lebender Fluss, der immer neue mäandrierende Wasserläufe bildet, im Frühjahr sein Bett verlässt und große Wiesenflächen in einen sich weit ausbreitenden See verwandelt. Der Biebrza Nationalpark ist aufgrund der Sumpf- und Torfgebiete, sowie einer besonders artenreichen Fauna und einer reichen Vogelwelt einzigartig in Europa.